Papiertest

04.12.2013 | Kategorie(n): Allgemein


Dieser Test stammt von 2012, soll aber die Unterschiede von Papieren zeigen, wie Copics auf denen wirken.

 

Papiertest Bericht

Nun hab ich endlich beide Papiere getestet.

Das erste ist das Perfect Colouring Paper mit einer Stärke von 250 g/m² das zweite ist das Copic Markerpapier mit 70g/m². Beide Bilder sind auf A4.

Also vorweg: Die Bilder habe ich so identisch wie möglich versucht auszumalen, was leider nicht ganz klappte, da beim dünnen Papier mir nachher auffiel, das paar Schattierungen fehlten. Ist aber nicht weiter gravierend, denn es sollte nur zeigen, welche Vor- und Nachteile bei den Papieren sind und nicht zeigen welches besser ist 🙂 Denn es kommt immer auf den eigenen Geschmack an, welches man gerne verwenden mag.

Wichtig: Man kann beide Papier auch nicht wirklich vergleichen, nur zeigen, welche Unterschiede sie haben und welche Vor- und Nachteile beide Papier besitzen. Sonst müsste ich eher gleich dicke Papiere testen 🙂

Nun zum Test: Ich hab auf viele kleine Details geachtet: Unter anderem auf die Leuchtkraft, auf die Saugstärke der Papiere und welche Farben mehr hervorstechen. Dafür habe ich quasi das Bild von den Farben her so ausgemalt, das man viel testen kann von den Aspekten.

Das erste Blatt, das Perfect Colouring Paper ist mit seiner Dicke von 250g/m² sehr saugstark, was den Nachteil brachte, dass die Spitze vom Copic wirklich schnell leer gesaugt wurde (nicht der Stift selber sondern nur die Spitze) Das hatte dadurch den Quietscheffekt, den man nicht gern hört bei Copics ,dann kann man entweder die Spitze öfters mit einem Nachfüller anfeuchten oder ständig die Seiten wechseln, damit man eine große Fläche ausmalen konnte. Siehe beim Hintergrund den hellbraunen Teil. Gibt aber auch einen anderen weiteren Effekt, das der Hintergrund zwar nicht ganz flächig ist, aber dafür eine wolkige Struktur bekam. Was an sich auch nicht uninteressant war. Rotfarben wurden insgesamt blasser, Dunkle Farben bekamen einen leichten Graustich, dafür waren aber helle Farben wie das BG000 und das E00 richtig kräftig beim Auftragen, was dazu führte, das man mit dem YR00 fast gar nicht malen brauchte, sondern bei der Haut gleich den nächsten Ton E11 nehmen konnte. Genau das gleiche Verhalten konnte man bei BG00 und B00 feststellen, siehe am Kleid.

Meine Erfahrung:

Mir fiel auch später ein beim Ausmalen des Bildes auf dem dickeren Papier, das ich eigentlich nur helle Bilder gesehen hatte, die darauf gemalt wurden und selten Bilder mit dunklen Farben. Da man sagte, das das Papier nicht so Schlieren bekommt wie das Dünne.

Ja und Nein. Schlieren enstehen meist, wenn sich an der Spitze des Markers (bei dunklen Farben) sich mit der Zeit Farbpartikel absetzen, dem man etwas vorbeugen kann, wenn man die Spitze mit einem Papiertuch ab und zu mal einfach etwas abwischt und vorm Ausmalen auch schaut, das die Farbe flüssig herauskommt. Dann lässt sich oft der Effekt von den Schlieren einschränken. Das gleiche gilt auch für das Benutzen vom dünnen Papier. Man kann auch durchs Übermalen mit einem helleren Ton die Farbpartikel etwas verteilen, so das auch die Schlieren ein wenig verschwinden.

Wofür eignet sich meiner Meinung nach das Papier sehr gut?

Ich würde sagen , da es sehr saugstark ist für kleinere Formate. Besonders schöne Wirkungen kann man Kartengrößen (Ob Kakaokarten, Maxikarten, Postkarten). A4 Format muss dann jeder schauen, für mich selber ging es mir stark in den Arm, da man länger an dem Bild arbeitet. (Mehrmals über einige Stellen malen, wenn Verläufe sehr weich wirken sollen)

Fazit: Man kann auf jeden Fall schicke Sachen machen, aber muss auch sehen, das es den Geschmack beim Ausarbeiten trifft. Es ist super, wenn man viele kleine Flächen ausmalen muss. Bei großen kann es dann etwas anstrengend werden. Die Übergänge können sehr weich werden. Schade fand ich, das einige Farben graustichig wurden und wie das Rot nicht mehr so kräftig leuchteten.

Das zweite Blatt ist das Copicmarker Papier 70g/m² leuchtet mehr bei den Rothaltigen Farben und dem Grün. Das Braun im Hintergrund hat einen ebenmässigeren Effekt, da durch den etwas wenigeren Platz im Papier selber, die Partiel mehr zusammenlaufen können.

Helle Farben sind sehr hell, wie das E00 und das BG000 so das man eine Stufe mehr an Verläufen einarbeiten muss. Sonst ist der Verlauf selber zu hart. Siehe am Kleid die Falten. Dennoch kann man auch hier weiche Verläufe schaffen. Bei den Rosen, bei der Haut und bei den Pony zu sehen. Dort kommt es aber auch drauf an, wie schnell man arbeitet. Das dünne Papier ist auf schnelleres Arbeiten ausgelegt, da der Alkohol in der Farbe schneller verdunstet. Noch dazu hat die Dicke des Papiers für die Leuchtkraft den Vorteil, das nur so viel Farbe aufgenommen wird, wie in den Zwischenraum von Oberfläche und Untergrund passt und die Partikel nicht im Papierinneren verschwinden. Die Farben sind vor allen bei rothalten Farben kräftiger. Rot leuchtet, das Grün leuchtet durch den Gelbanteil auch mehr.

Meine Erfahrung: Das Schlierenproblem kann man wieder umgehen mit dem Reinigen der Spitze, damit die festgesetzten Farbpartikel nicht mitgezogen werden und das der Stift flüssig arbeiten. Farbpartikel werden auch hier von der Oberfläche weggezogen, was aber auch bei dem dickeren Papier der Fall ist, nur bei helleren Bildern nicht gleich gesehen wird bzw hellere Farben saugen sich besser ein ins dickere, da weniger Farbpartikel vorhanden sind als bei den dickeren Farben. Weil ich nu öfters hörte, das die Farbe an der Oberfläche abgekratzt wird. Ist bei beiden Papieren vorhanden der Fall und es kommt auch immer auf die Farben an, die verwendet wurden. B05 und B37 hatten das gleiche Problem bei beiden Papieren.

Eine Sache bei dünnem Papier, da sollte man auch nicht in einem Raum sitzen, wo die Heizung zu hochgedreht ist 🙂 Da der Alkohol der Farben schneller verdunstet je wärmer es im Raum ist. Das dicke Papier hatte gestern mehr Glück gehabt, da ich abends daran arbeitet, während heute morgen zb bei mir im Arbeitszimmer die Sonne auf die Rollos knallte und so der Raum sich gut aufheizte. Solche Sachen sollten auch immer bedacht werden, das Faktoren wetterbedingt auch eine Rolle spielen könnten. Ich weiss nicht, wie sich das dickere Papier im Sommer verhält, das müsste ich dann auch nochmal testen.

Da muss man auch ein wenig auf die Farben achten. Rot hat es nicht ganz so extrem , auch nicht das Grün. Nur bei Blau hab ich den Fall beim Test gehabt und vielleicht bei den warmen Grautönen, wenn ich noch mehr ins dunklere gegangen wäre.

Wofür eignet sich das dünne Papier?

A5, A4 und aufwärts, da es aufs großflächige Arbeiten ausgelegt ist. Ob man es dafür nutzt ist dann der persönliche Geschmack.

Ergebnis des Tests: Interessante Erfahrung, da ich mit dem dickeren Papier erst das zweite Mal gearbeitet habe, aber denke mir persönlich reicht es für Kakaokarten und Co, da man dort kleinere Flächen hat zum Bemalen hat.
Aber man kann viel Spass mit beiden Papieren haben 🙂



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Inga Semisow zeichnet seit ihrem zwölften Lebensjahr im Bereich Manga und hat in diesem Bereich schon mehrere Lehrbücher veröffentlicht. Weitere Kunstrichtungen – vor allem das Zeichnen mit Copic Markern, sowie Aquarell- und Acrylmalerei zählen zu ihren Tätigkeitsfeldern. Dabei hat sie schon verschiedene Ausstellungen gestaltet, eigene Bücher zum Thema Manga-zeichnen veröffentlicht und arbeitet eng mit großen Unternehmen wie Copic und Hahnemühle zusammen. Derzeit engagiert sie sich für den Verlag Projekt VielSeitig und unterstützt als kreativer Kopf das deutsche Künstlerportal „Cayow“.